
06.01.2024
HNA
Im Tennis-Clubhaus lockt der Orient

Hier direkt zum Artikel : HNA Artikel Januar 2024 – East & West by Route66
Das neue „East & West“ an der Burgfeldstraße in Bad Wilhelmshöhe serviert arabische Spezialitäten. Die vom Vorgänger-Lokal beliebten Burger stehen zusätzlich weiterhin auf der Speisekarte der neuen Betreiberfamilie.
Kassel – Ins öffentliche Restaurant auf dem Gelände des Kasseler Tennisclubs Bad Wilhelmshöhe an der Burgfeldstraße hat arabische Gastfreundschaft Einzug gehalten: Aus dem früheren Burgerlokal Route 66, das seit gut einem Jahr geschlossen war, ist das „East & West by Route 66“ geworden. Der Name deutet an, dass es die beliebten Burger weiterhin gibt – aber neuerdings auch viele köstliche Klassiker aus dem nahöstlichen Raum.
Dafür steht die Familie Hamdi, die das Lokal nun führt. Das hat sich ergeben, weil Küchenchef Ziko Hamdi schon einige Jahre an Bord ist. Nachdem der KTCW neue Pächter gesucht hat, sind Ziko Hamdis Bruder Jussef und dessen Sohn Karim als neue Betreiber eingestiegen – mit dem Plan, die Wilhelmshöher und viele Bergpark-Bummler auch von den Vorzügen der orientalischen Küche zu begeistern.
Das kommt bestens an, wie die Erfahrungen der ersten Tage zeigen. Neben Burgern, neuerdings auch als Falafel-Variante, bietet ein Großteil der Speisekarte nun Nahost-Klassiker wie Kibbeh, Tabouleh, Fattusch und Shakshuka, Lamm- und Hühnchenspieße sowie zahlreiche kalte und warme Vorspeisen (Mazza), die in bunter Schälchen-Vielfalt auf den Tisch kommen und sich zum kommunikativen Teilen verspeisen lassen.
Davon lassen sich auch die Eigentümer des Geländes verführen: „Wir hatten kürzlich eine Weihnachtsfeier als Soft Opening und die Gäste waren total begeistert“, berichtet Pressesprecher Michael Küppers vom KTCW.
Drei von vier Gästen wählen aus dem arabischen Teil der Speisekarte aus, berichtet Betreiber Jussef Hamdi; „aber auch die Burger sind nach wie vor gefragt, die wollen wir behalten.“ Der 57-Jährige, als Araber in Israel geboren und 1990 zum Architekturstudium nach Kassel gekommen, hat sich mit dem Projekt noch einmal einen Herzenswunsch erfüllt. „Mein Vater hat schon immer viel gekocht und das kam immer super an“, erzählt sein Sohn Karim. Der 19-Jährige ist nach seinem Abi am Wilhelmsgymnasium mit ins Familienprojekt eingestiegen.
Stolz ist Jussef Hamdi auf seine Falafel, an deren Rezept er lange getüftelt hat. Und auf das fluffig-duftende arabische Brot, das im Topf vor Ort immer frisch gebacken wird.
Seit Oktober haben die Hamdis den Gastraum grundlegend renoviert. Die USA-Deko ist einem dezent-warmen Ambiente gewichen, die nur in kleinen, stimmigen Anklängen aufs orientalische Thema verweist. Dort soll es demnächst sonntags auch ein Brunch-Angebot geben.
Auch sonst haben die neuen Gastgeber noch viel vor. Neben den 80 Innenplätzen gibt es draußen noch Terrassenflächen auf zwei Ebenen. Deren oberste, die einen tollen Rundblick über die Tennisplätze und das umgebende Viertel bietet, wurde schon lange nicht mehr genutzt. Im Frühjahr planen die Hamdis, dort eine atmosphärische Beach-Bar zu schaffen – mit Sand-Untergrund, Holzstegen, Pflanzen, Liegestühlen und natürlich arabischen Köstlichkeiten.


